Vor- und Nachteile fertiger WordPress-Themes

Seine Popularität verdankt WordPress nicht zuletzt der großen Auswahl kostenfreier und kostenpflichtiger Design-Pakete oder WordPress-Themes. Ob so ein fertiges Theme bei einem Website-Projekt zum Einsatz kommen sollte, will aber gründlich abgewägt werden, ein späterer Wechsel des Themes ist zwar möglich aber fast immer mit großem Aufwand verbunden. Schauen wir uns also die Vor- und Nachteile fertiger Themes einmal genauer an.

Nachteile

Design

Bei neuen Themes steht zunächst natürlich das Aussehen im Vordergrund. Zunächst müssen wir uns vor Augen führen: bei fertigen Themes handelt es sich um keine individuellen Designs. Das ist in den wenigsten Fällen ein Ausschlusskriterium, kann bei striktem Corporate-Design oder speziellen Anforderungen ans Aussehen einer Seite aber zu größeren Problemen führen.

Zusätzlich zum reinen Aussehen einer Website ist das Design entscheidend für die Benutzerführung auf jeder Seite, für Auffindbarkeit von Informationen und am Ende für die Zufriedenheit der Kunden. Wer versucht, ein passendes Theme auszusuchen, das dem eigenen Geschmack entspricht und gleichzeitig zu allen aktuellen (und zukünftigen) Anwendungen passt, wird schnell frustriert sein.

Funktionsumfang

Viele Themes, vor allem die kostenpflichtigen, bieten eine Vielzahl von Optionen, die sie im ersten Moment fast grenzenlose Flexibilität suggerieren. In der Praxis sollte der Einsatz solcher WordPress-Themes tunlichst vermieden werden. Die Erfahrung zeigt hier, dass übernachtete Benutzeroberflächen die Bedienung für Seitenbetreiberinnen und -Betreiber nicht gerade erleichtern. Zusätzlich leidet unter einem überbordenden Funktionsumfang oftmals die Qualität. Und zu guter Letzt schneiden Websites, die mit solchen Themes erstellt werden, durch die Bank schlechter als ihre leichtgewichtigeren Gegenstücke ab, wenn es an die, für Google und die Seitenbesucher so wichtige, Ladezeit der Seite geht.

Grundsätzlich ist der ganze Bereich der Funktionen im WordPress-Ökosystem den Plugins vorbehalten, Themes sollen sich, der reinen Lehre folgend hingegen ausschließlich um das Aussehen der Website kümmern. Wirbt ein Theme-Hersteller also damit, einen Terminkalender, einen eigenen Web-Shop oder gar einen eigenen Inhaltseditor mit einem Theme auszuliefern, sollte das den betreffenden Anbieter eigentlich direkt disqualifizieren. Diese Einstellung ist keine rein ideologische. Unsere Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass solche Themes grundsätzlich nach einigen Jahren und spätestens mit dem Wechsel zu einem anderen Theme Probleme bereiten. Grundlegende Funktionen einer Website gehen im Rahmen eines Theme-Wechsel verloren, wenn sie im alten Theme beheimatet waren.

Vorteile

Preis

Egal, wie erstrebenswert ein individuelles Webdesign sein mag, es ist nicht immer zwingend notwendig. Und im Hinblick auf den Preis eines Web-Projekts gibt es keine Welt, in der ein individuelles Design auch nur in der selben preislichen Liga spielt, wie ein Konkurrent von der Stange. In diesem Kontext ist es dann auch (praktisch) egal, ob eine Website mit einem der vielen kostenfreien Themes aus dem WordPress.org-Theme-Verzeichnis oder mit einem guten kostenpflichtigen Theme umgesetzt wird. Die hochpreisigen Kostenpflichtigen Themas, dürften sich im niedrigen dreistelligen Bereich bewegen, wobei der Durchschnitt eher um die 60€ liegen dürfte.

Projekt-Dauer

In eine ähnliche Kerbe schlägt auch der nächste Punkt. Sind für Konzept, Design und technische Umsetzung eines individuellen Design-Entwurfs realistisch mehrere Wochen zu kalkulieren, kann ein fertiges Themes theoretisch in wenigen Minuten ausgesucht, heruntergeladen und installiert werden.

Auch mit einem realistischeren Blick auf die wunderbare Welt der Themes, in der die Auswahl eines passenden Themes gern einige Stunden dauern kann, ist eine Website, die mit einem fertigen Theme gestartet wird, deutlich schneller aufgesetzt.

Darauf muss in jedem Fall geachtet werden

Muss es ein Bezahl-Theme sein?

Ganz klares Nein. Kostenfreie Themes sind in vielen Fällen von gleicher, wenn nicht sogar besserer Qualität. Und auch wenn sie oft als langweilig verschrien werden, können sogar die Standard-WordPress-Themes der Twenty-Reihe eine solide Basis für viele einfache Websites darstellen.

Themes niemals direkt bearbeiten

Der Code eines, einmal heruntergeladenen WordPress-Themes kann immer bearbeitet werden. Diese Option ist besonders dann verlockend, wenn nur noch eine winzig kleine Änderung zwischen dem eingesetzten Theme und dem gewünschten Ergebnis steht. Doch unter keinen Umständen sollte ein Theme direkt bearbeitet werden. Hierfür gibt es in WordPress das Konzept der Child-Themes, die es erlauben einzelne Aspekte eines Themes selektiv zu überschreiben.

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